Wiener Staatsoper

Morden für die Leidenschaft

Regisseur Vasily Barkhatov schafft auf Basis von Zemlinskys «Florentinischer Tragödie» eine neue Sicht auf Bartóks «Herzog Blaubarts Burg». Das Orchester unter Alain Altinoglu sorgt für Glanzmomente

Stephan Burianek • 08. Oktober 2026

Ein Paar begibt sich in Therapie: Dmitry Golovnin (Guido / Psychologe), Asmik Grigorian (Bianca) und Christopher Maltman (Simone) © WSO / Marcel Urlaub

Es beginnt wie eine Geschichte, die schon tausendfach erzählt wurde und die wohl manch einer im Publikum selbst erlebt haben mag: Irgendwann war sein Job wichtiger, sie sehnte sich nach neuer Leidenschaft, und es kam, wie es kommen musste, oder eben auch nicht. Der von Regisseur Vasily Barkhatov konzipierte Doppelabend verbindet zwei Einakter, in denen der Geist des freudianischen Zeitalters atmet. Sowohl Alexander Zemlinskys «Eine florentinische Tragödie» als auch Béla Bartóks «Herzog Blaubarts Burg» (Béla Bartók) folgen allerdings einem männlichen Blick, der vor allem in der ersten, selten gespielten Kurzoper heute befremdlich wirkt: Ein florentinischer Tuchhändler trifft seine Frau daheim mit ihrem Verehrer vor, einem Prinzen. Er übers…